„Es gibt Tage, an denen ich nur das Geräusch ihrer Schritte unten höre. Manchmal sind sie langsam und bedächtig, manchmal eilig, als würden sie vor etwas fliehen. Ich aber kann nicht laufen. Ich bin hier gefangen, zwischen Staub und Erinnerungen, die mich nicht ruhen lassen wollen.
Ich sehe durch das kleine Fenster, wie das Leben auf der Straße weitergeht, aber für mich ist die Zeit stehen geblieben. Ich frage mich, ob sie wissen, dass ich hier bin. Ob sie meinen Blick auf sich spüren, während sie im Garten spazieren. Wahrscheinlich nicht. Für sie hat dieses Haus nur zwei Etagen. Der Dachboden ist nur ein leerer Raum, eine vergessene Kleinigkeit in ihrer architektonischen Lebenswelt.
Aber ich erinnere mich an alles. Ich erinnere mich an die Nacht, in der sie mich hierher brachten, an den Duft des Regens und an das Geräusch des Schlüssels, der sich im Schloss drehte. Es war das letzte Mal, dass ich die frische Luft im Gesicht spürte. Jetzt ist meine einzige Begleitung die Schatten und die Fragen, die keine Bedeutung mehr haben.“