Die Fotografien, die in Zeitungen oder im Fernsehen politische und soziale Gewalt dokumentieren—nutzen sie die Motive aus und bedienen sie die Voyeurismus der Zuschauer, oder sind sie stattdessen wertvolle und unverzichtbare Dokumente? Susie Linfield, Professorin für Journalismus an der New York University, beginnt mit dieser Frage, um zu verstehen, wie dokumentarische Fotografie stets neben der Geschichte gearbeitet hat und die oft schwierige Aufgabe übernimmt, das Gewissen der Gesellschaft darzustellen, sei es gut oder schlecht.
Durch die Untersuchung der Kritik (von Walter Benjamin und Bertolt Brecht bis zu Susan Sontag und postmodernen Denkerinnen), exemplarische Fälle (Bilder des Holocaust, der Kulturrevolution in China, afrikanische Tragödien und kürzliche terroristische Anschläge) und bedeutende Kriegsfotografen (Robert Capa, James Nachtwey und Gilles Peress) scheint Linfield uns davon zu überzeugen, dass das Betrachten bestimmter Bilder und das Lernen, die porträtierten Menschen zu sehen, ein ethisch und politisch notwendiger Akt ist, der uns mit unserer modernen Geschichte der Gewalt verbindet und unsere Toleranz gegenüber Grausamkeit misst.
"The Cruel Radiance" ist ein klares und umfassendes Buch, reich an Einsichten und Fragen, das einige Mythen der Fotografie entlarvt und – auch durch seine Bibliographie – dazu beiträgt, die Bilder zu verstehen und zu bedenken, die die dunkle Seite unserer Welt offenbaren.
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- ISBN-13
- 9788869653971
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