Das Werk besteht aus drei unabhängigen Episoden. Im ersten verfolgen wir eine Telefon-Staffel, dreizehn Telefongespräche zwischen acht Personen, eine kontinuierliche Verantwortungsverschiebung zwischen Regierungsbeamten für das Sinken eines Pottwals. Die Anrufe setzen sich fort zu immer höher gestellten Persönlichkeiten. In den letzten Telefonaten sind aufeinanderfolgende Schüsse zu hören, ein Zeichen dafür, dass der Entschluss gefasst wurde: alle haben gemeinsam an der „Euthanasie“ mitgewirkt. [...] Die Symbole sind so gut lesbar, dass kein Spielraum für Missinterpretationen bleibt: Es ist ein Werk über das Schiffsunglück Adriana, das vor Pylos am 14. Juni 2023 passiert ist.
AFRODITE FLOROU In seinem dritten Theaterversuch, über das Verbrechen der Zurückweisungen zu sprechen, über die Euthanasie, die der Staat durch seine Beamten den lebensmüden Walen anbietet, geht Th. Triaridis einen Schritt weiter: Er zeigt mit dem Finger Menschen in ihrer behördlichen Funktion und Vorfälle. Er wechselt vom Allgemeinen (der westliche Kulturkreis) zum Speziellen (Griechenland und die Europäische Union, wie er auch in seinem Einleitungstext erwähnt) und zum Konkreten. Und während die Aktualität allmählich als „Handlung“ hervortreten wird, beginnt das Werk an eine Karikatur der Geschichte zu erinnern, gerade weil es sich nicht auf den glaubwürdigen Realismus konzentriert, sondern auf die rohe Realität eines Alltags – unseres eigenen.
ROZALIE SINOPULOU Das wahrscheinlich dringendste Lehrstück dieses Theaters ist, dass Unschuld vielleicht nicht verfügbar ist. Es gibt keinen neutralen Zuschauer vor einem sinkenden Boot. Es gibt keinen politisch unschuldigen Bürger in einer Gesellschaft, die das Verschwinden von Menschen an ihren Grenzen hinnimmt und sie später als Zahlen, als Vorfälle, als Belastungen neu schreibt. Die Verantwortung kann verschoben werden, schwächer werden, unsichtbar gemacht werden, verschwindet aber nicht. Sie bleibt bestehen. Und kehrt jedes Mal zurück, wenn ein Überlebender sagt: „Ich werde das nie vergessen.“ Sie bleibt jedes Mal bestehen, wenn ein Werk wie das von Triaridis darauf besteht, staatliches Schweigen in Sprache, ins Theater und in die Kategorie zu verwandeln.
Efi Dousi
Hersteller
- Autor
- THanasis Triaridis
- Verleger
- Kapa Ekdotiki
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- -
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 128
- Veröffentlichungsdatum
- 01/04/2026
- Veröffentlichungsdatum
- 2026
- Auszeichnung
- -
- Abmessungen
- 15x21 cm
- Künstlerische Strömung
- Modernismus
- Alben
- Nein
- Themen
- Theater, Theorie & Kunstgeschichte
- ISBN-13
- 9789606285158
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