Das Buch versucht eine umfassende Interpretation der griechischen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung von 1970 bis 2025 und verbindet die griechische Erfahrung mit den großen internationalen Wirtschafts-, Technologie- und geopolitischen Veränderungen.
Die Grundhaltung des Autors ist, dass die griechische Krise kein plötzlicher Unfall war, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger angehäufter Schwächen. Die begrenzte Produktionsbasis, die niedrige Wettbewerbsfähigkeit, der Klientelstaat, die Haushaltspolitik, die Abhängigkeit von Krediten und die unvollständige institutionelle Struktur waren die Ursachen für den Zusammenbruch.
Das Buch verfolgt den Weg Griechenlands vom Wiederaufbau nach dem Krieg, über die Metapolitefsi und den Beitritt zur EOK bis hin zur EMU, den Memoranden und der heutigen Zeit geopolitischer und technologischer Unsicherheit.
Die 1980er Jahre werden als Periode des sozialen Aufstiegs, der staatlichen Expansion und Umverteilung dargestellt, aber auch als Zeit, in der das Wachstumsmodell mit Schulden stabilisiert wurde. Die 1990er Jahre werden als Phase der Stabilisierung, Modernisierung und Anpassung an die europäische Integration analysiert. Die 2000er Jahre erscheinen als Periode billiger Kredite, Konsum und künstlichen Wohlstands, die in der Schuldenkrise gipfelte.
Das Buch legt besonderen Wert auf die Analyse der Wettbewerbsfähigkeit. Es argumentiert, dass Griechenland nominale Konvergenz mit Europa erreicht, aber keine echte produktive Konvergenz. Der Euro wurde ohne die notwendige produktive Vorbereitung und Anpassung eingeführt, was dazu führte, dass das Land allmählich an Wettbewerbsfähigkeit verlor.
Besonders wird das Konzept der «unsichtbaren Wirtschaft» hervorgehoben, also der Schattenwirtschaft und der informellen Geldflüsse, die einen großen Teil der griechischen Realität prägten. Das Buch analysiert, wie die Schattenwirtschaft gleichzeitig als Überlebensmechanismus und als chronische Krankheit wirkte, die die Steuergerechtigkeit, die Produktivität und die Glaubwürdigkeit der Institutionen untergrub.
Eines der charakteristischsten theoretischen Konzepte des Buches sind die «Vier Griechen». Der Autor behauptet, dass es keine einheitliche griechische Gesellschaft gibt, sondern vier unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Realitäten: Griechenland des Überlebens, Griechenland des Staates, Griechenland der Wettbewerbsfähigkeit, Exportorientierung und Kreativität sowie schließlich Griechenland der Klüngelei, Interventionen in die Institutionen und Aneignung des Reichtums. Durch diese Analyse versucht er, die inneren Widersprüche des Landes und die unterschiedlichen Vorstellungen von Staat, Arbeit und Entwicklung zu erklären.
Das Buch legt auch besonderen Wert auf den Mangel an einer starken Mittelschicht in Griechenland. Es erklärt, warum das Land nie eine produktive Mittelschicht entwickelte, vergleichbar mit anderen europäischen Ländern, was seine Fähigkeit einschränkte, nachhaltige industrielle und technologische Entwicklung zu schaffen.
Großes Gewicht wird auf die regionale Analyse der griechischen Wirtschaft gelegt. Das Buch betrachtet die Wirtschaften der griechischen Regionen separat, die Ungleichheiten zwischen Zentrum und Peripherie, die Überkonzentration der Aktivitäten im Attika-Gürtel, die tourismusbasierte Monokultur bestimmter Gebiete und die unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten jeder Region.
Zugleich wird eine umfangreiche Analyse wichtiger produzierender Sektoren der griechischen Wirtschaft präsentiert, wie Landwirtschaft, Verarbeitung, Energie, Schifffahrt, Tourismus, Bauwirtschaft, Einzelhandel, Bankensystem und Bergbau. Der Autor untersucht die komparativen Vorteile sowie die strukturellen Schwächen jedes Sektors.
Das Bankensystem wird als kritischer Mechanismus sowohl für Wachstum als auch für Krise analysiert. Es werden die faulen Kredite, Verbriefungen, Rekapitalisierungen und die Rolle der Banken bei der Finanzierungen von Konsum und Immobilien untersucht.
Ein wichtiger Teil des Buches befasst sich mit den Memoranden, der Schuldenkrise und den Schwächen der Europäischen Union selbst. Das Buch vertritt die Ansicht, dass die Krise nicht nur griechisch war, sondern eine Krise der europäischen Architektur. Es erklärt jedoch, wie im Hinblick auf Griechenland die Memoranden und die große Krise hätten vermieden werden können. Außerdem werden die Gründe erläutert, warum das Land es nicht schaffte, effektiv mit dem Eurogroup zu verhandeln und die Folgen der Fehler der Memoranden zu begrenzen.
Das Buch integriert eine umfangreiche Analyse der internationalen technologischen und geopolitischen Entwicklungen: Bretton Woods, Öl, Petrodollar, Internet, KI, Big Data, Globalisierung, Russland, Türkei, Migrations- und Demokratiediskurse.
Im letzten Abschnitt werden Vorschläge für das Griechenland des Jahres 2040 formuliert, mit dem Ziel der Neugestaltung, Stärkung der Institutionen, technologischen Aufrüstung, Verarbeitung, Energiestrategie, Demografiepolitik, Unterstützung der Regionen und Verbesserung der operativen Fähigkeiten des Staates.
Das abschließende Fazit des Buches lautet, dass Griechenland tiefgreifende institutionelle und produktive Transformationsprozesse benötigt, um nachhaltiges Wachstum, sozialen Zusammenhalt und größere nationale Resilienz zu erreichen.
Hersteller
- Autor
- Michalis G. Sallas
- Verleger
- Ekdoseis Pigi
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- -
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 572
- Veröffentlichungsdatum
- 01/06/2026
- Veröffentlichungsdatum
- 2026
- Abmessungen
- 17x24 cm
- ISBN-13
- 9786185730055
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