Als dieses Werk 1930 zunächst veröffentlicht wird, ist Freud bereits krank und erschöpft, während die nationalsozialistische Bedrohung ihn zur Emigration zwingt und ihn nach London flüchten lässt. Seit einigen Jahren hat er der psychoanalytischen Denkweise eine neue Wendung gegeben, indem er die Idee des Todestriebes vorschlägt.
Im Rahmen dieser mutigen Idee, die selbst in psychoanalytischen Kreisen auf Widerstand stößt, bewegt sich der Text "Die Unbehaglichkeit in der Kultur". Laut diesem ist Aggression und Zerstörung biologisch eingebaute Elemente der menschlichen Veranlagung und stammen von dem Mord, den die Söhne an ihrem urzeitlichen Vater in unvergesslichen Zeiten begangen haben.
Das Schuldgefühl, das auf diese Weise entsteht, erklärt die Geburt des Bewusstseins, die kulturelle Entwicklung und das Unbehagen des Individuums in zivilisierten Gesellschaften. Unter anderem äußert Freud einige Vorbehalte gegenüber der Übertragung psychoanalytischer Begriffe auf die Ebene der Kulturstudie, während er nicht zögert, stets mit der 'freundlichen Neutralität' des behandelnden Psychoanalytikers, sich mit humanistischen Überlegungen zur Position und Zukunft des Individuums in modernen Gesellschaften zu beschäftigen, die sich weigern zu erkennen, dass Gewalt zu den realen Bedingungen gehört, unter denen sie entstanden sind.
Mit diesem Werk wird die Psychoanalyse nicht nur als psychologische Theorie und therapeutische Praxis vorgeschlagen, sondern auch als ein Schlüssel zum Verständnis von Geschichte und Kultur.
Hersteller
- Autor
- Sigmund Freud
- Verleger
- Plethron
- Sprache
- Griechisch
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 124
- Veröffentlichungsdatum
- 2013
- Abmessungen
- 17x21 cm
- ISBN-13
- 9789603482468
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