Heinrich Böll prägte maßgeblich das Bild seiner Heimat - eines nach dem Zweiten Weltkrieg so moralisch belasteten Landes - das von der neuen Generation innerhalb und außerhalb Deutschlands geformt wurde. Er war ein Volksautor, der mit seiner einfachen und klaren Sprache Zugang zu den Menschen fand, sowohl in seiner Heimat als auch darüber hinaus gelesen und gehört wurde. Diese Kommunikation mit den Menschen war für ihn das Wichtigste.
Was er jedoch zu sagen hatte, war nicht populär. Seine scharfe Ironie und seine moralische Integrität hoben ihn von vielen ab. Er wurde der sogenannten "Literatur der Nullstunden" zugeordnet, obwohl dies nicht dem entsprach, was er glaubte. Er sprach und schrieb genau darüber, dass es keine Nullstunde gegeben habe. Die Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur bedeutete für ihn keinen Neuanfang für die deutsche Gesellschaft. Im Gegenteil, Böll sah viele Kontinuitäten in alten Denkweisen. Indem er an das Verbrechen und die Schuld erinnerte, stellte er sich der Vergessenheit entgegen, unter deren Schatten der Autoritarismus, die Unmenschlichkeit und der Konservatismus der jungen Demokratie weiterhin lebten. Aus seinen Erfahrungen im Krieg und den Verbrechen der Nazis zog er den Schluss: "Nie wieder, niemals wieder". So war der Autor Heinrich Böll immer auch ein politischer Aktivist. Hierin liegt die seltene moralische Integrität seiner Kunst, als Künstler, als Demonstrant, als Intellektueller des öffentlichen Lebens.
Hersteller
- Autor
- Heinrich Böll
- Verleger
- Grafima
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- Der andere Deutsche: Ein Porträt
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 158
- Veröffentlichungsdatum
- 11/2016
- Tastaturen
- Biografie
- Zeitraum
- Zweiter Weltkrieg
- Eigenschaft
- Künstler
- Veröffentlichungsdatum
- 2016
- Abmessungen
- 14.8x21 cm
- Auszeichnung
- Nobelpreis
- ISBN-13
- 9786185271015
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