Die erste, uralte Ausgabe der Phantastischen Tiere wurde im Jahr 1918 vom Verlag Obscurus bestellt, genauer gesagt vom hochgeschätzten Herrn Augustus Worn, der freundlicherweise gefragt hatte, ob ich Interesse hätte, ein offizielles und vollständiges Verzeichnis magischer Kreaturen zu verfassen. Damals war ich nur ein einfacher Angestellter im Zaubereiministerium, und ich war begeistert von der Idee, nicht nur mein dürftiges Einkommen von zwei Galleonen pro Woche aufzubessern, sondern auch meine Ferien damit zu verbringen, zu reisen und neue Tierarten auf der ganzen Welt zu entdecken. Heute haben die Phantastischen Tiere bereits fünfzig zwei Ausgaben erreicht. Diese Einführung soll einige der häufigsten Fragen beantworten, die jede Woche in meinem Briefkasten landen, seit der ersten Ausgabe im Jahr 1927. Und ich beginne mit der wichtigsten und grundlegendsten dieser Fragen. Was ist ein magisches Tier?
Die Definition des Begriffs „magisches Tier“ ist seit Jahrhunderten Gegenstand von Diskussionen. Obwohl es für einige Anfänger der Magizoologie vielleicht seltsam erscheinen mag, ist die beste Herangehensweise, um das Problem zu verstehen, einen kurzen Blick auf drei Arten magischer Kreaturen zu werfen. Werwölfe verbringen den Großteil ihres Lebens als normale Menschen (entweder Zauberer oder Muggel). Einmal im Monat verwandeln sie sich jedoch in blutrünstige Vierbeiner, mit mörderischen Absichten und ohne jegliches menschliches Bewusstsein. Die Gewohnheiten von Zentauren sind nicht menschlich. Sie leben in der Wildnis, tragen keine Kleidung, bevorzugen es, nicht mit Zauberern oder Muggeln zu kommunizieren, und doch ist ihre Intelligenz gleich hoch wie die aller anderen. Trolle haben eine menschenähnliche Erscheinung, gehen auf zwei Beinen, sprechen einige Wörter, sind aber weniger intelligent als der dümmste Einhorn. Sie besitzen keine angeborene magische Fähigkeit, sondern nur eine erschreckende und unnatürliche körperliche Stärke.