Der Jewgeni liebt seine Frau und das Kind, das sie ihm geschenkt hat, aufrichtig; jedoch erinnert diese Liebe eher an einen sozialen Vertrag, an etwas wie eine Pflicht, letztendlich an Langeweile...
Das Verlangen wird von der Stepanida verkörpert, mit ihrer ländlichen Einfachheit und ihrem tierischen Spontaneität... Der Wunsch ist umstritten: Einerseits handelt es sich um etwas Natürliches, daher ist es legitim, andererseits stört es die familiäre und soziale Ordnung und ist somit unrechtmäßig. Die Stepanida, die zunächst mit Mitgefühl beschrieben wird, wie eine Blume auf dem Feld, beginnt allmählich, je weiter der Text sich entfaltet, eine 'teuflische' Gestalt anzunehmen...
Tolstoi tut nichts anderes, als eine schreckliche Geschichte von Verlangen, Gewissensbissen und Tod zu erzählen. Er reiht die Worte eins nach dem anderen aneinander, ohne den Ton zu ändern: Er zwingt dem Leser keine spezifische Lesart der Geschichte auf. Letzterer muss selbst urteilen: Ehe, Untreue, Verrat - alles wird vor unseren Augen mit der gleichen Klarheit, der gleichen Schärfe ausgelegt, die ein Objekt auf dem Tisch hat, während es von den Sonnenstrahlen beleuchtet wird.
Deshalb glaube ich, dass Tolstoi von allen Romanautoren der größte ist...
[Auszug aus dem Text auf der Rückseite der Ausgabe]
Hersteller
- Autor
- Leo Tolstoy
- Verleger
- Roes
- Ursprünglicher Titel
- Teufel
- Verlage
- Ströme
- Typ
- Klassische Literatur, Prosa
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 124
- Veröffentlichungsdatum
- 10/2012
- Veröffentlichungsdatum
- 2012
- Abmessungen
- 11x16 cm
- ISBN-13
- 9789602833469
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