Wislawa Szymborska, die herausragende Schöpferin des nachkriegszeitlichen Europa, die Dichterin „der Erfahrung und der Weisheit“, wie es ein bedeutender Kritiker Polens formulierte, hat niemals die Rolle der „vergänglichen Autorität“ akzeptiert. Jedes Mal, wenn man sie bat, ihre Verse zu kommentieren, pflegte sie zu antworten: „Das ist eine sehr gute Frage, bitte kommen Sie im Frühling, denn ich brauche etwas Zeit, um darüber nachzudenken“, oder „Sehr gute Frage, vielleicht sollte ich ein Gedicht als Antwort schreiben?“
Selbst in ihrer Rede zur Annahme des Nobelpreises für Literatur wählte sie bescheiden ein „ich weiß nicht“, einen demütigen, aber für sie so wesentlichen Satz, denn dort wurzelt ihr feinsinniger, ironischer Stil, in einem unermüdlichen Staunen, das die endlose Suche inmitten des unsicheren Daseins und der komplexen Realität antreibt. Ein zentraler Pfeiler ihres unvergleichlichen Werkes ist die Reflexion über die komplexe Bedeutung unseres Schicksals.
Sie hatte außerdem das Talent, die unsichtbarsten Facetten der vermeintlich unwichtigen Dinge des Alltags hervorzuheben. Wir lesen ihre Poesie und das Gefühl des Staunens, das sie begleitet, ist beinahe ununterbrochen, was auch ein Hauptmotiv ihrer eigenen „poetischen Philosophie“ darstellt. Dieses Staunen betrifft das Makrokosmos ebenso wie das Mikrokosmos, es betrifft den Menschen, der sowohl tragisch als auch komisch sein kann, es betrifft jede Existenz, die Tiere, die Pflanzen, die leblosen Gegenstände. Alles findet Platz in ihrer Poesie.
„Wislawa Szymborska entwickelte einen unglaublich originellen Blick auf die Welt, voller Skepsis und Leidenschaft. Was in ihrem Fall beeindruckt, ist, dass sie gleichzeitig nachdenkliche und durchsichtige, verständliche Gedichte schrieb. Das ist eine echte Leistung!“ - Adam Zagajewski
„Die Dichterin braucht sich nicht um literarische Moden, die wechselnde Ästhetik der Zeiten, zu kümmern, denn sie selbst definiert die Regeln ihrer Verständigung mit dem Leser. Ihr über Jahre perfektionierter Stil dient auf wunderbare Weise der Komposition literarischer Errungenschaften und der Zusammenfassung philosophischer Suchbewegungen. Das bedeutet jedoch nicht Stillstand oder Rückschritt; im Gegenteil, Wislawa Szymborska füllt die leeren Räume in ihrem eigenen thematischen und begrifflichen System. Sie verändert die Hierarchie der aufgeworfenen Fragen, bereichert die Beobachtung alltäglicher Ereignisse, indem sie nach neuen Zusammenhängen sucht. Besonders privilegierte Räume ihres Denkens sind das Gedächtnis, die Zeit und der Verfall, den diese mit sich bringt.“ - Wojciech Ligęza
„Direkte und lichtvolle Poesie. Ihre Ironie, ihre fröhliche, ungestüme Respektlosigkeit und ihr Durst nach einer Überraschung, die den Blick auf die Welt erneuert, haben Wislawa Szymborska zu einer Gegnerin jeder tyrannischen Gewissheit gemacht. Sie verkörpert alle Tugenden des westlichen Geistes: Freiheit, Unruhe, Infragestellung.“ - The New York Times Book Review
Hersteller
Spezifikationen
- Autor
- Wislawa Szymborska
- Verleger
- Ekdoseis Kastanioti
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 248
- Veröffentlichungsdatum
- 5/2021
- Veröffentlichungsdatum
- 2021
- ISBN-13
- 9789600368277
Zusätzliche Spezifikationen
- Auszeichnung
- Nobelpreis
- Klassische Dichter
- Ja
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