Walter Benjamin war von Dezember 1926 bis Januar 1927 für zwei Monate in Moskau. Die Aufzeichnung dieser Reise nimmt in seinen Schriften einen herausragenden Platz ein, aufgrund des aufrichtigen und harten Kampfes, den der deutsch-jüdische Denker sowohl mit seinen Motiven als auch mit seinem Gewissen führte. Anscheinend war der ursprüngliche Grund für diese Reise die Asia Lācis, eine Lettin, die für ihn eine bedeutende emotionale und geistige Einflussnahme hatte.
Benjamins Tagebuch ist einerseits die Dokumentation einer schwierigen Liebesbeziehung, in der das Objekt der Begierde unerreichbar und wohl schmerzhaft ist. Andererseits ist es die Geschichte einer gescheiterten Idylle mit der Revolution. Denn Benjamin reiste nach Russland, um nicht nur einen direkten Eindruck von der sowjetischen Gesellschaft zu gewinnen, sondern auch um eine endgültige Entscheidung darüber zu treffen, ob er Mitglied der Kommunistischen Partei werden sollte.
Das Moskau-Tagebuch ist mehr als ein Zeugnis für die ideologische Ambivalenz, den Dilemmatazustand, den ein Intellektueller erlebt. Auch sein ästhetischer Wert ist groß. Denn Benjamin erweist sich hier als einer der aufschlussreichsten Physiognomiker Moskaus im 20. Jahrhundert, indem er ein unvergessliches Winterporträt der Stadt malt.
„Das Tagebuch von Benjamin während seines zweimonatigen Aufenthalts in Moskau, vom 6. Dezember 1926 bis Ende Januar 1927, ist, so viel ich sagen kann, ein buchstäblich einzigartiges Werk. Es ist in der Tat, ohne jeden Zweifel, das persönlichste, absolut und unerbittlich ehrliche Zeugnis, das wir über einen wichtigen Teil seines Lebens haben. Keines der anderen Tagebuch-artigen Werke, die erhalten geblieben sind und immer nach wenigen Seiten unterbrochen werden, kann mit diesem hier verglichen werden – selbst nicht die sehr persönlichen Gedanken, die er 1932 festhielt, als er darüber nachdachte, sich das Leben zu nehmen.“ – Gershom Scholem
„Das Moskau-Tagebuch ist ein Schlüsseltext zum Verständnis der psychologischen Zusammensetzung des Autors eines umfangreichen, vielgestaltigen und vor allem rhizomatischen Werkes, das glücklicherweise immer noch (in Zukunft) den verzweifelten Bemühungen von Philologen, Philosophen und Theoretikern widerstehen wird, das benjaminische Universum zu durchdringen, zu interpretieren und so weit wie möglich zu appropriieren.“ – Kostas Th. Kalfopoulos
Hersteller
- Autor
- Walter Benjamin
- Verleger
- Ekdoseis Kastanioti
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Gebundene Ausgabe
- Anzahl der Seiten
- 272
- Veröffentlichungsdatum
- 5/2021
- Veröffentlichungsdatum
- 2021
- Abmessungen
- 14x20.5 cm
- ISBN-13
- 9789600361896
Wichtige Informationen
Spezifikationen werden von offiziellen Hersteller-Websites gesammelt. Bitte überprüfen Sie die Spezifikationen, bevor Sie Ihren endgültigen Kauf tätigen. Wenn Sie ein Problem bemerken, können Sie melden Sie es hier