Ein Monolog: «Höher über den Winden, wie Gott mit seinem Karren über die Wolken fährt, kündet mit Blitzen den Regen an, öffnet Augenschlitze in die Unendlichkeit, Schritte von alten Ahnen, Erinnerungen, sind auf dem historischen Kopfsteinpflaster zu hören. Sie kommen aus dem allumfassenden Tempel der Jungfrau, den wir auf der Brust überquert haben, zu den väterlichen Toren des Horizonts, wie ein Teller voller Speisen mit Hochzeitsgerschenken des Himmels und der Erde, weite Reflexionen breitet die Polis aus. Der weite Blick nimmt dem Sterblichen das Gesicht, lässt ihn die weiteren Dinge begreifen, bevor das Ende und die Lösung der natürlichen Verbindung kommen. Dann fühlt er, dass die fremden Namen Körper seines eigenen werden. In seinem egoistischen Verstand besitzt er nichts Persönliches mehr, selbst vor Tagesanbruch öffnet sich das Tor.«
Der Atem der Toten erstreckt sich vor ihm ins Unendliche. Er füllt die Leere des Raumes, in dem sich die Erde und alle runden Welten drehen. Sie verschmelzen nicht mit der Luft der Atmosphäre oder mit dem Äther des Weltraums, noch werden sie in zwei Zeiten ausgeführt, wie Ein- und Ausatmen. Er stand, blieb ewig der gleiche. Ein Ort, der die gesamte Zeit umschloss, unverdorben. Der Atem der Toten ist eine lebenswichtige, empfangende Quelle der Seele. Ein ehrliches Haus, eine Kammer mit den vier Wänden, in der sich die eigene Seele befand und atmete.
Der Tag ist schön. Doch während heute die Natur des Wassers mit unermesslicher Öffnung des Himmels geweiht wird, hängt die Schönheit des Tages nicht davon ab, ob die natürliche Sonne scheint oder nicht. Es ist vielmehr bewölkt. Es regnet nicht, weil seit gestern die Tränen aller Reumütigen gefallen sind. Die Wolken, die ihre eigenen Tränen zurückhalten, schenken ein perlendes Licht.
Eine vorsichtige Lektüre des Wahrheitsprotokolls enthüllt völlig andere Dinge als die formlose und lockere Abfolge heterogener erzählerischer Zellen. Das Buch erzählt gleichzeitig zwei Geschichten. Die erste ist die kleiner griechischer Gemeinschaft in Thessaloniki, mit sympatischen Figuren, jede mit ihrer Art, die schwer leben, lieben, verlassen werden und sterben, um wieder in einer anderen Form geboren zu werden. Die zweite ist die der progressiven Reinigung eines Auges eines Zeugen, der sich zerfrisst und im Nachdenken verschwindet, während sein literarisches Werk in eine unaussprechliche mystische Botschaft zerfällt.
HENRI TONNET
Hersteller
- Verleger
- Domos
- Typ
- Prosa
- Untertitel
- -
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 296
- Veröffentlichungsdatum
- 01/04/2026
- Veröffentlichungsdatum
- 2026
- Abmessungen
- 14x21 cm
- ISBN-13
- 9789603532316
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