„Ich spreche mit den Wänden“, sagt Lacan, und das bedeutet: „Weder mit euch noch mit dem großen Anderen. Ich spreche mit mir selbst. Es geht genau um das, was euch interessiert. Es liegt in eurer Verantwortung, mich zu interpretieren.“ Diese Wände sind die Wände der Kapelle des psychiatrischen Krankenhauses von Saint-Anne. Lacan findet dort seine Jugendjahre wieder, als er Assistenzarzt für Psychiatrie war. Er hat Spaß, improvisiert, spricht frei. Die Absicht ist kriegerisch: die besten seiner Schüler, gefangen von der Idee, dass die Psychoanalyse jedes vorbestehende Wissen auslöscht, hoben das Banner des Nichtwissens, das sie von Bataille entlehnt hatten. Nein, sagt Lacan, die Psychoanalyse entspringt einem angenommenen Wissen, dem Wissen des Unbewussten. Wir erlangen Zugang zu diesem Wissen über den Weg der Wahrheit (der Analysand versucht, direkt auszusprechen, was ihm in den Sinn kommt), wenn er zur Lust gelangt (der Analytiker interpretiert das Gesagte des Analysanden in Begriffen der Libido). Eine Lektion der Weisheit in einer Zeit, unserer Zeit, die eine Bürokratie sieht, die Hand in Hand mit der Wissenschaft davon träumt, die tiefsten Seiten des Menschen zu verändern - durch Propaganda, unmittelbare Gehirnwäsche, Biotechnologie oder sogar durch Social Engineering. Gestern war es sicherlich nicht gut, aber morgen könnte es schlimmer werden.
Hersteller
- Autor
- Jacques Lacan
- Verleger
- Ekkremes
- Sprache
- Griechisch
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 148
- Veröffentlichungsdatum
- 1/2015
- Veröffentlichungsdatum
- 2015
- Abmessungen
- 12x20 cm
- ISBN-13
- 9786185076122
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